Sprühschattentest

(Spritzschattentest)

    

Retentionstest

Um die Effizienz eines installierten Innenraumreinigungssystems, z. B. einer Verpackungsmaschine oder eines Getränkefüllers, „just-in-time“ visuell überprüfen zu können, wird daher neben den klassischen mikrobiologischen Abstrichproben seit einigen Jahren ein Sprühschattentest – bzw. Retentionstest durchgeführt. Für klassische Abfüllanlagen ist der Bereich Füller und Verschließer, für Aseptikanlagen der Sterilbereich, d. h. vom Auslauf des Rinser oder der Blasmaschine mit integrierter Entkeimung bis zum Auslaufband für den Hygienestatus relevant.

Gelegentlich wird auch Molke und Joghurt aufgetragen; hier besteht jedoch ebenfalls die Problematik des Nährstoffeintrages und damit ein potentielles Risiko eines beschleunigten bzw. induzierten Wachstums von Mikroorganismen bei nicht funktionierenden Reinigungssystemen. Als Testmedium wird daher eine nicht von getränkeschädlichen Mikroorganismen verwertbare alkoholische Lösung einer speziellen Zellulose-Verbindung und eines Azofarbstoffs eingesetzt. Die durchgeführten Untersuchungen belegen die mikrobiologische Immunität dieser neu entwickelten Lösung. Der Vorteil liegt außerdem in der hohen Oberflächenhaftung trotz leichter Abspülbarkeit durch die Prozessmedien bei der äußeren und inneren CIP und SIP, unabhängig ob Haftschaum, Haftgele oder CIP-Medien eingesetzt werden. Die Viskosität des Testmediums liegt über oder im Bereich der üblichen Getränkearten. Die Farbtiefe ist bewusst relativ hoch eingestellt, um die Interpretation auf Sprühschatten und auf ein „Nachbluten“ definieren zu können.

Um dieses Retentionstest-Medium (RET-Medium) ohne Transportbeeinträchtigungen (Gefahrgut) zu versenden, wurde ein Konzentrat, d. h. ohne den Zusatz von Alkohol entwickelt. Das Konzentrat wird in einem 5,0 Liter-Kanister transportiert und muss dann vor Ort mit handelsüblichem vergälltem Ethanol oder alternativ mit Isopropanol bis zur Markierung aufgefüllt und zur Vermischung ca. 1 Minute durchgeschüttelt werden, um die Anwendungslösung auszumischen. Somit kann dieses neu entwickelte Retentionstest-Medium, da das Konzentrat nicht als Gefahrstoff transportiert werden muss, unproblematisch weltweit eingesetzt werden.

RET-Medium Konzentrat Typ K (3,28 Liter) – Artikel-Nr.: 16.302.7001

Die fertige Anwendungs-Testlösung wird üblicherweise mit einem normalen Hochdrucksprühgerät, z.B. dem Mesto Hochdrucksprühgerät 3595 F, mit einem gleichmäßigen Arbeitsdruck von mindestens 2,5 bar auf die Maschinenoberflächen aufgebracht und ca. 10 bis 20 Minuten auftrocknen gelassen. Danach kann die Überprüfung der Reinigung und Desinfektion erfolgen, indem die entsprechenden Reinigungs- bzw. Desinfektions-Programme gestartet werden. Gleiches gilt sinngemäß zur Überprüfung bei installierten Schwallern zur Entfernung von Produktresten in klassischen Abfüllanlagen für Bier und Biermischgetränke sowie alkoholfreien Getränken. Um Fehlinterpretationen zu vermeiden, sollten die Rehygienisierungs-Programme zweimal durchgeführt werden, so dass die Aussage über potentielle Sprühschatten und mangelnde Reinigungseffizienz eindeutig ist.

Schritt 1: Reinigung der Maschinenoberflächen
Schritt 2: Aufbringen des RET-Mediums
Schritt 3: Trocknen des RET-Mediums
Schritt 4: Start CIP u. SIP der äußeren Rehygienisierung
Schritt 5: Visuelle Kontrolle auf Sprühschatten
Schritt 6: Visuelle Kontrolle auf „Nachbluten“ (Hygienisches Design) mittels Swabs

Die Prüfung auf Sprühschatten (Spritzschattentest) erfolgt visuell sowie partiell mit Swabs und kann fotografisch dokumentiert werden. Nachlaufendes Testmedium, das sog. „Nachbluten“ aus Spalten, Sicken und Maschinenbauteilen, deutet auf nicht hygienegerechte Konstruktionen (QHD) sowie auf notwendige Demontagen zur manuellen Reinigung hin. Raue Oberflächenstrukturen können ebenfalls erkannt werden, wie auch nicht geeignete Dichtungsmaterialien bzw. Kunststoffkonstruktionen -lt. der DIN EN ISO 14159-2008 Hygieneanforderungen an die Gestaltung von Maschinen, der DIN EN 1672-2 Nahrungsmittelmaschinen – Teil 2 Hygieneanforderungen, der EHEDG DOC 08 D-2004 Gestaltungskriterien für hygienegerechte Maschinen, Apparate und Komponenten sowie der VDI-Richtlinie 4066 Blatt 1. Des Weiteren wird bei diesen Retentionstests auch die Programmstruktur, die Schaum- bzw. Dünnfilmqualität sowie die Intensität der Sprühdrücke bewertet. Auch muss eine einwandfreie Abspülung der Maschinenoberflächen und Bauteile sichergestellt sein. Letztere Effizienz wird mittels pH-Teststäbchen überprüft.

Der Retentionstest sollte daher in das Monitoring der Betriebsüberwachung integriert sein, um in regelmäßigen Abständen, respektive zweimal pro Jahr, eine Überprüfung des installierten Düsensystems zur Außenreinigung bzw. Desinfektion durchzuführen. Weitere Einsatzgebiete des RET-Mediums sind die Überprüfung von Behältern und Tanks hinsichtlich der Reinigungseffizienz und der Sprühschatten (Spritzschatten) im Innenraum.

Der Vertrieb und die Vermarktung des RET-Mediums erfolgt seit dem 01. April 2014 über:

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GIR – The German Institute of Rehygienization GmbH
Südstr. 38, D-31867 Lauenau
Tel.: +495043-962586, Fax: +495043-962589
E-Mail: ret-m (at) institute-gir.com